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Einreichung Short Paper zur Abschlussarbeit

  • von

Matrikel: 51909856
Autor: Tanja Pleikner, BSc
Telefon: 0660 4074848
E-Mail: pleikner@gmail.com

Affiliation:

Hebamme
Kardinal Schwarzenberg Klinikum

Studiengang: Advanced Practice Midwifery
Forschungsbereich: Advanced Practice Midwifery

Praktikumsbetreuung österreichischer HebammenstudentInnen

Schlagwörter: HebammenstudentInnen, Hebammen Ausbildung, Praxisanleitung

Einleitung

Der Hebammenberuf ist eine praxisbezogene Profession, bei der mithilfe der Teilnahme an Praktika und deren Bewertung sichergestellt werden soll, dass Studierende mit Abschluss der Ausbildung sicher und kompetent arbeiten können (Bradshaw et al. 2019).

Basierend auf den rechtlichen Grundlagen hat die Ausbildung der Studierenden an den Praktikumsstellen durch fachkompetente Personen mit einer mindestens einjährigen- facheinschlägigen Berufserfahrung zu erfolgen, die pädagogisch geeignet sind. Mindestens ein Drittel der Ausbildung hat auf die Praxis zu entfallen. In dieser soll Wissen, welches in der theoretischen Ausbildung vermittelt wird, mit praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten koordiniert werden (RIS idF. v. 2020). Derzeit ist in Österreich eine Betreuung von Hebammenstudierenden durch eine PraxisanleiterIn, mit oder ohne spezifischer Ausbildung, nicht verpflichtend.

Engagierte Praxisanleitende sind wesentlich für den Erfolg und die positive klinische Erfahrung. Sie unterstützen Studierende bei der Entwicklung von Fähigkeiten und Sinn für die Identität des Berufes, bei der professionellen Entwicklung und der Erfüllung der Anforderungen an das Praktikum. Durch die Wertschätzung der klinischen Tätigkeit von Studierenden können sie ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln (Griffiths et al. 2020).

Bereits erhobenen Daten betreffend dieser Thematik wurden meist nicht im Österreich erhoben, daher stellt es ein Ziel dieser Arbeit dar, Daten in Österreich zu generieren. Mit diesen sollen die Fragen, wie die Betreuung von österreichischen HebammentudentInnen im Praktikum aussehen muss um einen optimalen Lernfortschritt zu ermöglichen, wie die derzeitige Praxisanleitung empfunden wird, welche Rahmenbedingungen für ein gutes Lernumfeld geschaffen werden müssen und was sich Studierende in Hinblick auf Umgang und Förderung wünschen, beantwortet werden.

Mit den Ergebnissen soll es ermöglicht werden die Anleitung von HebammenstudentInnen besser an deren Bedürfnisse anzupassen und die Zusammenarbeit zu optimieren. Somit soll sowohl die Zufriedenheit der StudentInnen wie auch der PraxisanleiterInnen gesteigert werden können.

Methodische Vorgehensweise

Um den aktuellen Stand der Literatur zu eruieren wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken von Pubmed, EBSCO und des midwifery Journals durchgeführt. Für den rechtlichen Hintergrund wurde die FH-Hebammenausbildungsverordnung sowie das österreichische Hebammengesetz herangezogen. In Bezugnahme auf die gefundenen Daten wurde ein Fragebogen erstellt, dieser umfasste 20 Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten und eine offenen Frage zur Ermitteln von Wünschen und Bedürfnissen. Nach Durchführen eines Pretests und der Einholung einer Stellungnahme und Freigabe zur Durchführung durch das RCSEQ (Research Committee für Scientific Ethical Questions), wurde der Fragebogen über die österreichischen Fachhochschulen, welche einen Bachelorstudiengang für Hebammen anbieten, an die Studierenden übermittelt.

Zur Analyse der Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten wurde das Programm IBM Statistics 26 verwendet, die Antworten der offenen Frage wurden in Kategorien gegliedert und analysiert.

Ergebnisse

Gewünscht wird eine Betreuung im Praktikum durch einen/eine zugewiesene PraxisanleiterIn und die Zusammenarbeit mit wenigen verschiedenen Hebammen. In der derzeitigen Praxis steht Studierenden jedoch häufig kein/e PraxisanleiterIn zur Seite. Des Weiteren wird bei der Dienstplangestaltung vielfach nicht auf die Zusammenarbeit geachtet. Auch wenn eine spezifische Ausbildung gewünscht wird, wird die persönliche Eignung der anleitenden Person als relevanter eingestuft.

Aufgrund der häufigen Nennungen wurde ersichtlich, dass für Studierende eine Vergütung der Praktika eine hohe Relevanz aufweist.

Mehrheitlich positiv bewertet wurde von den Studierenden die Integration ins Team. Bei der Zeit vor Beginn der aktiven Mitarbeit im Praktikum, die für eine Einführung in den Stationsalltag und den Ablauf bereitgestellt wird, besteht Handlungsbedarf. Der Großteil der Studierenden empfand, den Umgang im Praktikum als respektvoll. Im Hinblick auf das Empfinden der Studierenden, wie stark sich die Wertschätzung ihrer Arbeit im Praktikum gestaltet, zeigte sich erneut ein optimistisches Bild.

Im Hinblick auf die Organisation im Praktikum zeigte sich eine hohe Zufriedenheit der Studierenden.

Ein hoher Prozentsatz der Befragten gab an, genug Zeit für einzelne Arbeitsschritte zu haben. Größerer Handlungsbedarf ist laut den StudienteilnehmerInnen bei der Zeit vorhanden, die der/die PraxisanleiterIn zur Verfügung hat, um neue Tätigkeiten zu erklären beziehungsweise durchzuführen.

Die generierten Daten zeigen, dass beinahe die Gesamtheit der Befragten Evaluationen als wertvoll für ihren Lernfortschritt empfindet, jedoch auch einen Mangel an Zeit im Praktikum anführen, um jene durchzuführen.

Auch die Feedbackfähigkeit der Praktikumsstellen wurde erfragt, diese ist laut Studierenden nur bei circa der Hälfte der Praktikumsinstitutionen vorhanden.

Studierende lernen in der theoretischen Ausbildung den aktuellen Stand der Wissenschaft, Praktika sollen demnach die Chance bieten, Gelerntes in die Praxis umzusetzen und somit jenes Wissen zu festigen. Die Studierenden erklärten, dass in den Praktikumsstellen zu einem niedrigen Prozentsatz nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gearbeitet wird. Dies steht im Kontrast dazu, dass dieser Aspekt für die Befragten einen wesentlichen Stellenwert einnimmt.

Diskussion

Verbesserungen in der Praktikumsbetreuung von Hebammenstudierenden in Österreich, die bereits zu Beginn des Praktikums umgesetzt werden können sind, die Zuweisung einer zuständigen PraxisanleiterIn und in weiterer Folge eine Zusammenarbeit mit dieser. Auch sollte sich bewusst Zeit für eine Einführung in das Praktikum genommen werden.

Im Laufe des Praktikums wird mehr Zeit von den PraxisanleiterInnen für neue Tätigkeiten, sowie für die Durchführung von Evaluationen benötigt und, um einen guten Theorie-Praxis-Transfer zu ermöglichen, muss die Arbeitsweise der aktuellen Lehrmeinung entsprechen. Weiters sollten Praktikumsinstitutionen offen sein für Verbesserungsvorschläge der Studierenden.

Bei den Ergebnissen muss berücksichtigt werden, dass nicht in allen Praktikumsstellen die gleichen Voraussetzungen herrschen. Es besteht also eine Variabilität der Ergebnisse. Dieser Umstand wurde auch von den StudienteilnehmerInnen im Rahmen der Beantwortung der offenen Frage mehrfach erwähnt.

Literatur

Bradshaw, Carmel/Pettigrew, Judith/Fitzpatrick, Mary: Safety first: Factors affecting preceptor midwives experiences of competency assessment failure among midwifery students. In: Midwifery 74, Elsevier Ltd 2019, 29–35

Griffiths, Marnie/Fenwick, Jennifer/Gamble, Jenny/Creedy, Debra K.: Midwifery Student Evaluation of Practice: The MidSTEP tool — Perceptions of clinical learning experiences. In: Women and Birth 33, 2020, 440–447

RIS: Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über Fachhochschul-Bakkalaureatsstudiengänge für die Hebammenausbildung, 2020

Abbildungen

 

Erstbeurteilung:
Zweitbeurteilung:

Anmerkung: