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Einreichung Short Paper zur Abschlussarbeit

  • von

Matrikel: 52017470
Autor: Michael Humberg, M. Sc.
Telefon: 026233788
E-Mail: michaelhumberg@web.de

Affiliation:

Lehrkraft im Gesundheitswesen

Studiengang: Radiological Technologies
Forschungsbereich: Radiologische und interventionelle Diagnostik

Arbeitssicherheit von fachfremdem Personal der Feuerwehren des rheinland-pfälzischen Teils des Mittelgebirges Westerwald im Umgang mit Magnetresonanztomographen

Eine Prüfung zweier didaktischen Methoden bzgl. ihres
Lernerfolges und ihrer Notwendigkeit im Sinne von und in
Bezugnahme auf Handlungskompetenz und Gefährdungspotentiale.

Schlagwörter: Feuerwehr, Magnetresonanztomographie, MRT, Sicherheit, Brandschutz, Unterweisung, Westerwald

Einleitung

Die Ausbildung der Feuerwehren orientiert sich derzeit an Sicherheitsaspekten. Die Aspekte eines Brandfalls in einem Krankenhaus/ einer radiologischen Praxis werden dabei jedoch nicht explizit aufgegriffen, obwohl Brandeinsätze in einem Krankenhaus viele Gefahren bergen. Die besonderen Gefahren des Magnetfeldes eines Magnetresonanztomographen (fortan MRT) und des im Kühlkreis des MRT eingesetzten Heliums werden in der Aus- und Fortbildung zudem gar nicht beleuchtet, da es keine Lehrunterlagen für Feuerwehrleute dazu gibt. In der Vergangenheit kam es aufgrund des starken Magnetfeldes bereits zu mehreren gefahrenträchtigen Zwischenfällen (KFV Schweinfurt | Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt 2015).

Dabei galt es folgende Frage zu beantworten:

Sind Feuerwehrangehörige auf die möglichen Gefahren vorbereitet und können im Umgang mit diesen Gefahren handlungskompetent Maßnahmen durchführen, ohne eine multimodale Sicherheitseinweisung gehabt zu haben? Die Frage der geprüften Hypothese war: Ist um fachfremdes Personal der Feuerwehr im Mittelgebirge Westerwald einzuweisen die multimodale Lehrmethode der monomodalen Lehrmethode (im hiesigen Beispiel mittels Handout) bzgl. ihres Lernerfolges und ihrer Notwendigkeit im Sinne und in Bezugnahme von Handlungskompetenz und Gefährdungspotentiale überlegen.

Methodische Vorgehensweise

Kernmethode war ein quantitativer Fragebogen mit einer vierstufigen Likert-Skala, um im Rahmen dieser Arbeit zwei Lehrmethoden zum Thema MRT-Sicherheit für Feuerwehrangehörige zu vergleichen. Dieser wurde 195-mal beantwortet.

Ergebnisse

Beginnend mit den Demografischen Fragen wurde mit den Fragen  die Zielgruppe charakterisiert. Wie aufgrund der Vermutung der Heterogenität der Zielgruppe in meiner Lehrmethode und auch in der Entwicklung meiner quantitativen Studie bereits angepasst wurde, stellt die Zielgruppe eine sehr heterogene Ausgangslage dar. Dies erhöht die interne Validität, macht allerdings in manchen Fragen mit Ausreißern oder auch aufgrund des diffusen heterogenen Kenntnisstandes ein nicht signifikantes Resultat aus. Konkret sind die Ergebnisse zur Altersverteilung bspw. sehr breit gestreut, denn alle Antworten wurden zwischen 37,95 % und 11,28 % angegeben. Diese Beobachtung spiegelt sich auch in anderen Fragen wider, denn auch die Antworten bezüglich der Zugehörigkeit zur Organisation Feuerwehr wurden zwischen 33,89 % und 18,33 % angegeben. Wie in der Masterarbeit in den Abbildungen zum Frageblock 1 des Fragebogens ersichtlich, ist dieser Trend vorherrschend und lediglich einzelne Fragen wurden mit einem erhöhten Trend für einzelne Antwortmöglichkeiten beantwortet. Hier wäre exemplarisch die Frage, welchen Arbeitsstatus die Teilnehmenden haben, zu nennen. Um etwaige Diskriminierungen abzuwenden, wurden bei dieser Frage allerdings Arbeitsunfähig und Altersrentner als Antwortmöglichkeit mit aufgenommen. Altersrentner sowie Arbeitsunfähige sind allerdings im Feuerwehrwesen nachvollziehbar in geringer Zahl vertreten, da eine Altersrente bei zunehmendem Rentenalter in Deutschland impliziert, dass der Beteiligte über 60-67 Jahre alt ist. Somit wäre der/ die Feuerwehrangehörige entweder kurz vor dem Austritt aus der Feuerwehr oder bereits aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, da hier eine Altershöchstgrenze festgelegt ist. Diese orientiert sich für Verbandsgemeinden des Westerwaldkreises prinzipiell am regulären Renteneintrittsalter in Deutschland, welches derzeit bei grundsätzlich bei 67 Jahren liegt.
Ähnlich ist es bei der Berufsunfähigkeit. Da Berufsunfähigkeit eine mindestens18-monatige Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, ist dies immer stark assoziiert mit Einsatzuntauglichkeit. Daher kann hier ein deutlicher Trend zu erkennen sein, warum diese beiden Antworten kaum oder gar nicht gewählt wurden. Gemeinhin ist allerdings aus den Ergebnissen
der Fragen ableitbar, dass erkennbar ein breites Spektrum an Teilnehmenden vor Ort war. Die Parameter Tätigkeitsbereich, Alter, Zugehörigkeit zur Feuerwehr, höchster Bildungsabschluss und Dienstgrade zeigten eine ebenfalls breitgefächerte Verteilung.
Die Fragen zur persönlichen Vorerfahrungen fielen erwartungsgemäß aus.
In den Fragen zur Feuerwehrtechnischen Vorerfahrung wurde konkretisierend auf Einsatzerfahrungen im Zusammenhang mit Krankenhauslagen eingegangen.
Hierbei kristallisierte sich heraus, dass der merklich überwiegende Anteil von 60,31 % des befragten Teilnehmerkreises auf die Frage „Einsätze im Zusammenhang mit einem Realbrandszenario in einem Krankenhaus“ den Faktor 0-1 angab.
Berücksichtigt man diesbezüglich, dass gemäß den Angaben in Frage 2.2 die Mehrzahl der befragten Feuerwehrangehörigen einen jährlichen Umfang von 20 – 50 Einsätzen definiert und dass dies bei einer maximalen Diensttauglichkeit im feuerwehrtechnischen Einsatz-dienst von ca. 51 Jahren (16-67 Jahre) unter extrapolativer Betrachtung einem Wert von bis zu 2.550 Einsätzen entspricht, lässt sich als Quintessenz eine als marginal zu betrachtende Einsatzerfahrung zum Themenbereich Krankenhaus manifestieren.
Dieses Nischenthema kann leider auch nur im Rahmen von theoretischen Übungen aufbereitet werden, da die Feuerwehr bei einer Großübung viel feuerwehrtechnisches Personal bindet. Zudem würde auch der Krankenhausbetrieb zum Teil gestört, da es übungsbedingt bspw. zu einem Blockieren von wichtigen Zu- und Abwegen der Tagesroutine im Krankenhaus (bspw. im OP-Trakt) oder auch Räumlichkeiten kommen kann. Da diese Übungen ebenfalls dazu dienen sollten, eine gewisse Ortskenntnis im Krankenhaus zu vermitteln, wäre es möglichenfalls notwendig Räume zum Begehen der Örtlichkeiten und der Gefahrenquellen zu abzusperren.
Aufgrund des hohen Aufwandes, welchen Übungen von Einsatzkräften der Feuerwehren mit sich bringen würden, ist mir daher die erkennbar geringe Erfahrung im Umgang mit dem MRT, welche ich nachfolgend beleuchte, auch erwartungsgemäß aufgefallen. Bereits in Frage 2.4 gaben 172 (also 87 %) der Befragten an, sie haben in der Aus- und Fortbildung als Feuerwehrangehörigen keine Berührungspunkte mit dem Gerät gehabt. Dies unterstützt erstmalig die These, dass ein Übungsbedarf abzuleiten wäre.

Es ist eine deutliche Tendenz zur multimodalen Lehrmethode ableitbar und ein Schulungsbedarf ist vorhanden. Dieser wurde durch die Teilnehmer bestätigt. 94% der Befragten fühlten sich nach der multimedialen und multimodalen Lehrmethode auf das Thema gut vorbereitet. Im Mittel gaben 90% an, eine jährliche Unterweisung sei sinnvoll. Auch Fragen zur konkreten Handlungskompetenz wurden beider multimodalen Lehrmethode zielführender beantwortet.

Diskussion

Zusammenfassend konnte auf jeden der Teilaspekte im Fragebogen, welche die Punkte Sicherheitsgefühl, Präferenz der Lehrmethode, Detailwissen, Einschätzen des Gefährdungspotentials sowie Handlungskompetenz thematisierten, eine Tendenz oder ein signifikantes Ergebnis erkannt werden. Dabei ergaben die Ergebnisse vollumfänglich, dass die multimediale multimodale Lehrmethode der des Selbststudiums, welches im gegenständlichen Fall mittels Fragebogen erfolgte, vorgezogen wurde.
Dass die Ergebnisse der Statistiken zudem mit der Präferenz und dem Feedback, welches die Teilnehmenden im Rahmen der jeweiligen Schulungsveranstaltung abgaben, korrelieren, untermauert ergänzend das Ergebnis der statistischen Beurteilungen.
Im Konkreten kann damit die Forschungsfrage beantwortet werden, welche lautet, hat die Feuerwehr Schulungsbedarf für Einsatzszenarien im oder am MRT-Gerät und sind Feuer-wehrangehörige auf die resultierenden Gefahren des MRT vorbereitet und könnten im Umgang mit diesen Gefahren sicher und handlungskompetent Maßnahmen durchführen, ohne eine multimediale Sicherheitseinweisung gehabt zu haben?
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Die zugrundeliegende Hypothese dieser Frage, die damit bestätigt wurde, lautet, eine multimediale multimodale Sicherheitseinweisung ist, um fachfremdes Personal der Feuerwehr im Mittelgebirge Westerwald einzuweisen und den abgeleiteten Schulungsbedarf zu stillen, eine bessere Lehrmethode als die monomediale Lehrmethode (im hiesigen Bsp. das Hand-out) bzgl. ihres Lernerfolges und ihrer Notwendigkeit im Sinne oder unter Bezugnahme von Handlungskompetenz und Gefährdungspotentiale. Die Repräsentativität der Stichprobe wird nachstehend erläutert.

Literatur

Baden-Württemberg, Unfallkasse (2022): Feuerwehren. Online verfügbar unter https://www.ukbw.de/sicherheit-gesundheit/betriebsarten/feuerwehren/, zuletzt aktualisiert am 04.09.2022, zuletzt geprüft am 04.09.2022.

KFV Schweinfurt | Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt (2015): Schwerer Unfall beim Brandeinsatz der Feuerwehr – Eisenhaltiges Material im MRT. In: KFV Schweinfurt | Feuerwehren des Landkreises Schweinfurt, 21.04.2015. Online verfügbar unter https://www.kfv-schweinfurt.de/index.php/nachrichten-aus-dem-kfv/nachrichtenarchiv/item/1273-schwerer-unfall-beim-brandeinsatz-der-feuerwehr-eisenhaltiges-material-im-mrt, zuletzt geprüft am 04.09.2022.

Abbildungen

 

Erstbeurteilung:
Zweitbeurteilung:

Anmerkung: