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Einreichung Short Paper zur Abschlussarbeit

  • von

Matrikel: 1840062002
Autor: Simone Maria Frischmann, MSc
Telefon: 0664600855433
E-Mail: simone.frischmann@krankenhaus-zams.at

Affiliation:

Tätig als:
OP-Managerin
Bereichsleitung OP/AEMP

bei:
a.ö. Krankenhaus St. Vinzenz Zams
Sanatoriumstraße 43
6511 Zams

Studiengang: MBA
Forschungsbereich: Prozessmanagement

Strategisches OP-Management-Konzept

Eine Makro-Perspektive zur Optimierung des OP-Versorgungsprozesses

Schlagwörter: Strategisches Management, OP-Management, OP-Effizienz, Prozessmanagement, Ressourceneffizienz

Einleitung

Die gesellschaftliche Erwartungshaltung gegenüber den Gesundheitseinrichtungen ist hoch, weshalb jedes Unternehmen Krankenhaus mittlerweile in der Verpflichtung ist, historische Strukturen aufzubrechen, durch tragfähige zu ersetzten und nachhaltige und innovative Strategien und Konzepte zu entwickeln, um die qualitative medizinische PatientInnen-Versorgung sicherstellen zu können. Dies ist die Basis um bestehenden und zukünftigen Herausforderungen, wie demographischer Wandel der Gesellschaft, bestehenden Rahmenbedingungen und explodierenden Kosten, dynamisch und adäquat begegnen zu können [1].
Die Einhaltung ökonomischer Vorgaben ist essentiell, um die Sicherung des wirtschaftlichen Fortbestands, gewährleisten zu können. Leistungen sollen effizient und mit möglichst effizientem Ressourceneinsatz erbracht werden. Es besteht die Forderung, dass sich die Krankenhäuser als Leistungserbringer zu modernen Dienstleistungsunternehmen weiterentwickeln. Für moderne Lösungen werden interdisziplinäre Herangehensweisen gefordert [2].
Der Zusammenhang zwischen Leistungserbringung und den dafür benötigten Kosten und Ressourcen, wird ganz wesentlich durch die Qualität und das Management im Krankenhaus bestimmt. Die Prozessabläufe im OP-Saal sind entscheidend für das effiziente Kosten- und Ressourcenmanagement, weshalb hierfür geeignete Instrumente, Messmethoden und ein professionelles OP-Management essentiell sind. Zu einem modernen OP-Management-Konzept zählen das strategische und operative Controlling sowie die Zusammenfassung der adäquaten Personalstrukturen, unter einer neutralen Führung. Dies erfordert zunehmend, die eigenständige Besetzung der Rolle OP-Management, welche innerhalb des OP-Bereiches sowie für das Schnittstellenmanagement, samt Optimierung verantwortlich ist [3].
Der OP-Bereich ist ein wesentlicher Hocherlös- und Hochkostenbereich, deshalb sind ungenutzte OP-Kapazitäten unwiderruflich verloren und damit nicht erlöswirksam. Ziele des strategischen OP-Managements sind, die OP-Kapazitäten-Anpassung entsprechend dem optimalen Nutzungspotenzial, eine prozessorientierte Steuerung, adäquater und ressourcenorientierter Personaleinsatz und die Erbringung von Leistungen anhand bedarfsgerechtem Ressourceneinsatz. Die Aufgabe beziehungsweise Herausforderung liegt bei der Synchronisierung von Angebot und schwankender Nachfrage von OP-Kapazitäten [4].
Das strategische Management fokussiert sich auf die Realisierung angestrebter Leistungen für die Anspruchsgruppen eines Unternehmens, dies kann durch geplante und emergente Initiativen sowie den Einsatz von Ressourcen erfolgen. Die Herausforderung und Konsequenzen des strategischen Managements finden ihren Ursprung zum einen in Unsicherheit und Dynamik und zum anderen in Komplexität, Mehrdeutigkeiten und Eigeninteressen [5].
Im Rahmen der Masterarbeit wurden Handlungsfelder für die zielgerichtete und effiziente OP-Ausgestaltung und OP-Nutzung anhand von dazu recherchierter Literatur aufgezeigt. Ebenfalls wurden explizit unterstützende und steuerbare Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren sowie Lösungsansätze und Maßnahmen, zur Umsetzung eines strategischen OP-Managements-Konzepts, durch ExpertInneninterviews der OP-ManagerInnen, in Zusammenhang mit Schnittstellen- und Prozessmanagement, identifiziert. Das strategische OP-Management-Konzept soll zu einer Sensibilisierung, in Hinblick auf die Bedeutung und Wichtigkeit des OPs, bei den Entscheidungsträgern führen.

Methodische Vorgehensweise

Die Masterarbeit steht im Kontext empirischer qualitativer Sozialforschung. Zur Beantwortung der Forschungsfrage und der wissenschaftlichen Bearbeitung der Aufgabenstellung, wurden neben einer ausführlichen Literaturrecherche, als Erhebungsinstrument, leitfadengestützte ExpertInneninterviews durchgeführt. Der Leitfaden wurde aus der Forschungsfrage und damit aus den Themenfeldern der theoretischen Grundlagen in Hinblick auf das OP-Management und die Ressourceneffizienz abgeleitet. Zur Transkription wurde die genaueste Auswertungsbasis geschaffen anhand einer vollständigen und wörtlichen Transkription, auf Basis semantisch-inhaltlicher Regeln, mit Übertragung ins Schriftdeutsche [6]. Als Auswertungsinstrument wurde die qualitative Inhaltsanalyse gewählt, welche anhand eines kategorienbasierten Verfahrens durchgeführt wurde. In der Masterarbeit bot sich ein kondensierendes Verfahren, wie die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring an, da anhand der Interviews der ExpertInnen Hintergrundinformationen verfügbar gemacht wurde [7].
In der Analyse stellt das Kategoriensystem ein zentrales Instrument dar, welches auch zur Nachvollziehbarkeit der Analyse dienen soll, wobei hier der Fokus auf die Kategorienkonstruktion und Kategorienbegründung liegt. Das Kategoriensystem stellt das Ergebnis der Analyse dar und ermöglicht die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. In der Masterarbeit wurde die Grundform der Zusammenfassung und induktiven Kategorienbildung nach Philipp Mayring angewendet [8].

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Literaturrecherche zeigen, dass der Aufgabenbereich und das Tätigkeitsfeld des strategischen OP-Managements sich umfangreich, vielseitig und komplex gestalten. Die Ergebnisse der ExpertInneninterviews legen dar, dass zur Ausübung der Rolle des strategischen OP-Managements, essentielle Grundlagen, wie beispielsweise die Unterstellung bei der Krankenhausleitung inklusive Entscheidungskompetenz und Weisungsbefugnis, erforderlich sind. Organisationsaufbau und Organisationsgestaltung erweisen sich als Ausgangsbasis für das jeweilige Tätigkeitsfeld des strategischen OP-Managements. Maßnahmen, wie zum Beispiel der Einsatz von Informationstechnologien und elektronischen Datenverarbeitungssystemen, kontinuierlichen Informationsflüssen, die Zielentwicklung und -erreichung sowie die Steuerung der Wertschöpfung im OP und des effizienten Ressourceneinsatzes, sind maßgeblich für ein erfolgreiches OP-Management. Die kontinuierliche Adaptierung von Prozessen sowie die Steuerung von Unsicherheit, Dynamik und Komplexität, samt der damit verbundenen Indikatoren, begleitet von nicht eindeutig messbaren Kriterien, welche sich im Rahmen der Masterarbeit herauskristallisierten, sind grundlegend für den Erfolg der Umsetzung des strategischen OP-Managements.

Diskussion

Das ausgearbeitete strategische OP-Management-Konzept wird aus der Sicht der Makroperspektive, in Hinblick auf das strategische OP-Management, dargestellt und soll die Zusammenhänge der unterschiedlichen Dimensionen und Abhängigkeiten zwischen der Rolle des OP-Managements, des Organisationsaufbaus und der Organisationausgestaltung, der Ziele, des Prozessmanagements im OP, dem effizienten Ressourceneinsatz, den Herausforderungen im OP-Management, der externen Umwelt, den nicht eindeutig messbaren Erfolgskriterien und den Ergebnissen im OP-Management verdeutlichen. Das strategische OP-Managements-Konzept soll als Anhaltspunkt, den Verantwortlichen des strategischen OP-Managements in Österreich dienen um gegebenenfalls Ideen, Ziele oder Veränderungen in Zusammenhang mit Effizienz, anhand zielgeführter Steuerung, im eigenen Unternehmen entwickeln zu können. Zudem kann das strategische OP-Management-Konzept zur Orientierung des eigenen Unternehmens mit anderen Einrichtungen dienen. Das strategische OP-Management-Konzept soll eine Sensibilisierung der Perspektiven, Zusammenhänge und Abhängigkeiten bei allen Beteiligten sowie der Krankenhausleitung für die Wichtigkeit des strategische OP-Managements bewirken. Zudem soll die Komplexität der Thematik transparent dargestellt werden, um besseres Verständnis bewerkstelligen zu können.
Das OP-Management steht in Abhängigkeit des Versorgungsangebotes, der jeweiligen Einrichtung. Die unterschiedlichen Fachdisziplinen gestalten die Komplexität und den Verantwortungs- und Aufgabenbereich des OP-Managements variabel. Im Zuge der Masterarbeit, konnten jeweilige Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, welche jedoch individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst werden müssen. Im Zuge der Effizienz, sollte das OP-Management in den Unternehmen weiter etabliert werden.
Die unterschiedlich zu bedienenden Fachdisziplinen gestalten die Komplexität und den Verantwortungs- und Aufgabenbereich des OP-Managements variabel. Jedes Unternehmen ist gefordert die Anforderungen an das OP-Management individuell auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Im Rahmen der Masterarbeit konnten übergeordnete Themenkreise mit darauf abgestimmten Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, aus welchen eigenständige Ziele und Prioritäten seitens des jeweiligen OP-Managements abgeleitet werden können. Anhand der ExpertInneninterviews kristallisierte sich besonders heraus, dass die unterstützenden Erfolgsfaktoren sich in den Unternehmen deckungsgleich darstellen und unter vielem anderen, die Akzeptanz und der Respekt gegenüber dem OP-Management gegebenen sein muss, um die Rolle den Ansprüchen entsprechend, ausüben zu können. Die Etablierung des OP-Management als eigene Rolle, herrscht derzeit nicht in allen Einrichtungen der Befragten vor. Die Unternehmen befinden sich laut Angaben der ExpertInnen teilweise in Veränderungsprozessen in dieser Hinsicht und streben die Installation der eigenen Rolle des OP-Managements in den Unternehmen an. Die befragten ExpertInnen waren ausschließlich männlich. In diesem Zusammenhang wäre es interessant in weiterer Folge herauszufinden, ob die Rolle des OP-Managements tatsächlich eine männlich dominierte Domäne ist beziehungsweise, was dies in diesem Kontext impliziert. Die Untersuchung ergibt, dass ähnliche strategische und operative Thematiken in den Einrichtungen bestehen, weshalb die Analyse ergänzt werden sollte. Dies ermöglicht eine umfassende Handlungsempfehlung, angeknüpft, an dem strategischen OP-Management-Konzept.

Literatur

[1]        Welk, Ina/Bauer, Martin: OP-Management: von der Theorie zur Praxis. Heidelberg: Springer
Medizin Verlag, 2011

[2]        Schlüchtermann, Jörg: Betriebswirtschaft und Management im Krankenhaus. Grundlagen und
Praxis. Berlin: MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2020, 3., aktualisierte
und erweiterte Auflage

[3]        Welker, Andreas/ Baumgart, André/Martin, Jörg/Geldner, Götz/Iber, Thomas/Schüpfer, Guido/,
Steinmeyer-Bauer, Klaus/Bender, Hans-Joachim/Schleppers, Alexander: Analyse des OP-
Managements und der intra- und perioperativen Kennzahlen in deutschen Krankenhäusern.
Vergleich der Bezugsjahre 2002, 2005 und 2007. In: Anästhesie Intensivmedizin Ausgabe 51,
2010, 32- 37

[4]        Tschudi, Olivier/ Schüpfer, Guido/Bauer, Martin/Waeschle, Reiner M.: Effiziente Nutzung von
OP-Kapazitäten – das Luzerner Konzept. Eine Methodenbeschreibung. In: Anästhesie und
Intensivmedizin Ausgabe 58, 2017, 85-93

[5]        Müller-Stewens, Günter/Lechner Christoph: Strategisches Management. Wie strategische
Initiativen zum Wandel führen. Der Strategic Management Navigator. Stuttgart: Schäffer-
Poeschel Verlag, 2016, 5., überarbeitete Auflage

[6]        Dresing, Thorsten/Pehl, Thorsten: Interview, Transkription und Analyse. Anleitungen und
Regelsysteme für qualitativ Forschende. Marburg: Eigenverlag Marburg, 2018, 8. Auflage

[7]        Bogner, Alexander/Littig, Beate/Menz, Wolfgang: Das Experteninterview. Theorie, Methode,
Anwendung. Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2002

[8]        Mayring, Philipp: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. Weinheim und Basel:
Beltz Verlag, 2015, 12., überarbeitete Auflage

Abbildungen

 

Erstbeurteilung:
Zweitbeurteilung:

Anmerkung: